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Interesse: DALDORF Gemeinde-Entwicklungs-Planung 2025

Aus Anlass der 2. öffentlichen Sitzung des Bau-, Finanz- und Wirtschafts-Ausschusses der Gemeinde DALDORF am 01.10.08, möchte ich als Vorsitzender die Tagesordnungpunkte (TOP) transparenter machen:

TOP 9: Gemeinde Entwicklungsplan 2025,
hier: Vorstellung eines Konzepts, Erörterung von Möglichkeiten;

Seit dem Tag nach der Kommunalwahl am 25.05.08 habe ich nicht nur über viele weitere Einzelthemen nachgedacht. Es wurde mir von Punkt zu Punkt immer klarer, dass eine Leitplanung für die Gemeinde DALDORF dringend notwendig ist, an der sich alle einzelnen Tages-Themen messen lassen.

Wie z. B. umgehen mit einer Bauvoranfrage für einen neuen Handswerksbetrieb mit Lager, Schaufenstern und Werkstatt inmitten eines faktischen Wohngebiets?

Wie sich entscheiden z. B. bei der geplanten Flächennutzungsplanänderung zur Erweiterung des Sägewerks inmitten
des faktischen Wohngebiets und Ortsmittelpunktes?

Obwohl sich nur Wenige öffentlich zu solchen Punkten kritisch äußern, gibt es sehr wohl gegenteilige Meinungen, die nach der Wahl auch an mich herangetragen wurden.

Wie würde sich DALDORF entwickeln, ohne eine Planung: immer nur nach
Einzelentscheidungen, die das große Ganze nicht Berücksichtigen – wie auch, wenn es nicht definiert ist. Und da die wirtschaftlichen Interessen
einzelner Unternehmer auch in Zukunft meist stärker erscheinen würden als die von Einwohnern, wahrscheinlich weiter daran.

Eine Dorfentwicklungsplanung muss(te) her.

Erstes Kriterium ist und bleibt das Wohl aller in der Gemeinde Ansässigen, egal ob Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Pensionär
oder Jungendlicher. Es gibt ein paar Unternehmer und Eigentümer von ca.
300 Wohnungen in zumeist Einfamilienhäusern.

Also spielt neben der wirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen
auch und gerade die Erhaltung und Steigerung des Wohn-, Erholungs- und Immobilienwertes eine große Rolle.

Ansatz sollte sein, sich an zwei wesentlichen Eckpunkten zu orientieren:
– Am Haushalt der Gemeinde DALDORF
– Am Entwurf des Landesentwicklungsplans (LEP 2025) des Innenministeres von Schleswig-Holstein

Der Haushalt 2004 bis 2008

Die kleine Gemeinde DALDORF hat große Schulden.
Zur Zeit -539.008 EUR. Und es werden noch -201.100 EUR mehr, die schon im Haushalt 2008 für die Begleichung der Kosten des Regenrückhaltebecken an der A21 zur Oberflächenentwässerung
des Nord-Dorfs eingeplant sind.

Es ist aber jetzt schon jetzt klar, dass in den nächsten Jahren weitere dazukommen wie z. B. für Oberflächenentwässerung des Süd-Dorfs.

Dazu die jährlichen Unterstützungen für
– die Spielstube von rund 50.000 EUR
– den Sportverein von rund 12.000 EUR

Wo soll das ganze Geld herkommen?

Und wo das übrige Geld für andere anstehende Ausgaben wie z. B.
– rund 12.500 EUR für Durchlässe der Gräben zur Brandsau
– Verbesserung der Kanalisation Schäferredder/Ricklinger Strasse für rund 8.500 EUR
– Gestaltung Wöschenhoff als Dorfplatz
– Fahrkostenzuschüsse
DSL, und, und, und

Und das bei sinkenden Gewerbesteuereinnahmen?

Eins ist klar: wenn auch noch die Einwohnerzahlen weiter sinken (2006 721, derzeit ca. 695), werden Steuern und Abgaben zur Infrastruktur für z. B. Entwässerung deutlich erhöht werden müssen, um eine 0 Deckung zu bekommen.

Der LEP 2025

Der Landesentwicklungsplan legt fest, wohin sich das Land und seine Regionen bis 2025 entwickeln sollen.

Als Dachplan enthält er die Ziele der Raumordnung, die das ganze Land betreffen, beziehungsweise landesweit einheitliche Rahmenvorgaben für viele Fachbereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Siedlungswesen, Wirtschaft und Wissenschaft, Verkehr, Einzelhandel, Energieversorgung, Tourismus, Bildung, Gesundheit und Pflege sowie Natur und Umwelt.

Vor dem Hintergrund der geplanten Kommunalisierung der Regionalplanaufstellung ist er auch Basis für die künftige Fortschreibung der Regionalpläne im Land. Hierzu zählt natürlich auch die soziodemografische Entwicklung.

In den Teilräumen des Landes, in denen die Einwohnerzahlen erst ab 2015 oder danach sinken sollen, gehören die kreisfreien Städte Flensburg und Kiel und die an Hamburg angrenzenden Kreise Herzogtum Lauenburg, Pinneberg, Segeberg und Stormarn.

Hier werden die Einwohnerzahlen 2025 in etwa so hoch sein wie 2006 oder leicht darüber liegen. Für den Kreis Segeberg rechnet man mit 3.880 mehr Einwohnern bis 2015.

Der LEP 2025 soll ein Wohnungs-Wachstum um 8 Prozent in der Fläche, zirka 13 Prozent in den Ordnungsräumen und unbegrenzt in den Zentralorten ermöglichen.

Das Konzept GEP 2025

Auf DALDORF übertragen würde dies auf den Wohnungsbestand vom 31.12.2006 bis zu 39 weitere Wohnungen und/oder Einfamilienhäuser bedeuten.

Eine Menge, für die die Baulücken lange nicht ausreichen – speziell nicht bei attraktiven 1000 qm pro Grundstück.

Was könnte das für Auswirkungen auf den Haushalt haben, in den über die Jahre doppelt so viel Einkommenssteuer wie Gewerbesteuer geflossen ist?

Bei optimaler Ausgestaltung der Möglichkeiten mit Doppelverdienerhaushalten und durchschnittlich 2 Kindern würde dies rund 78 mehr Einkommenssteuerzahler und 78 mehr Kinder bedeuten können, die dann auch die Spielstube und den Sportverein, das Abwassersystem und sonstige Infrastrukturen nutzen, bezahlen und für alle bezahlbarer machen würden.

Bei derzeit rund 190.000 EUR Einkommenssteuer wären das dann grob geschätzt (695 auf 851 Einwohner) allein 45.000 EUR mehr Einkommens-steuer und bei derzeit 81.200 EUR Grundsteuer noch 11.000 EUR mehr. Zuzüglich des Familienausgleichs, der Einnahmen aus Veräußerung von Baugrundstücken und der geringeren Zuschüsse für z. B. Spielstube und Sportverein.

Dies ist kein Konzept für heute und morgen, sondern für die nächsten Jahre – für unsere Kinder und Kindeskinder. Nur irgendwann müsste man es entwickeln und realisieren.

Die mögliche Strategie 2025

Hierzu ist es allerdings dringend erforderlich, dass, zumindest in dem Bereich in dem gebaut werden darf, die Attraktivität erhalten und z. T. deutlich gesteigert wird mit z. B.
– keiner Vermischung von neuen Handwerksbetrieben mit Wohnen
– mit der einvernehmlichen Verlagerung von stinkendem und lauten Gewerbe aus faktischen Wohngebieten in ein „Gewerbegebiet“

Wohlbemerkt Gewerbe, das vielen Menschen Arbeitsplätze und der Gemeinde gelegentlich viel Gewerbesteuern beschert.

Aber nicht unbedingt im Garten der Anwohner liegen muss – schon garnicht im Garten von neuen Einwohnern, die wegen der Ruhe und Natürlichkeit nach DALDORF ziehen würden.

Mischgebiete (M) ermöglichen es der Gemeinde nicht, gewerbliche Bauanträge abzulehnen. Also müssten die meisten Mischgebiete in Wohngebiete (W) umgewandelt werden, wenn man Bewohner und Immobilienbesitzer schützen möchte – natürlich mit Bestandsschutz für bestehende Kleingewerbe und Landwirtschaftliche Betriebe über Mischgebietsinseln am Rande von Wohngebieten.

Die einzige sinnvolle Wohnraum-Wachstumsmöglichkeit für DALDORF besteht, auch nach Meinung vom Kreis-Planungsamt, Bauamt und Stadtplaner, aus der Ortsmitte nach Osten, um
– einer Zersiedelung vorzubeugen
– und dem A21 Lärm auszuweichen

M.E hat das auch der Unternehmer des Sägewerks offensichtlich erkannt gehabt, als er in einem Gespräch mit Gemeindevertretern sagte, er verstünde diese Planung, wolle ihr nicht im Wege stehen und eine einvernehmliche Lösung mit der Gemeinde erarbeiten, die den Umzug des Betriebes in ein Randgebiet vorsah, an dem er dann gleich seine dringend nötigen, weiteren Bauten errichten wollte.

Und: Bei Errichtung eines neuen Holzsägewerkes soll es von der EU sogar noch Fördergelder in sechstelliger Höhe geben.

Dies hätte dann gleichzeitig ein ungehemmtes Wachstum des Betriebes ermöglichen können.

Das Innenministerium von Schleswig-Holsteins definiert nach dem Regionalplan für den Planungsraum 1 die nicht zentralörtlich eingestufte Gemeinde DALDORF im ländlichen Raum im Bereich eines Gebietes mit besonderer Bedeutung für Tourismus und Erholung, zum Teil eines Schwerpunktbereiches für die Erholung.

Also lieber die optimale Nutzung der Umgebung mit einer wunderschönen Auenlandschaft und weiten, gepflegten Feldern und Knicks, Wäldern und dem Erlebniswald.

Diese lädt ein zur Erholung, Ausflüge, Wandern, Fahrradtouren, Camping, Reiten, ja sogar Angeln, Golf, Rallyes und Übernachtungen.

Das könnte ganz neue Gewerbe entstehen lassen: nur z. B. Gastronomie, Golfclub, Fremdenverkehrszimmer, Museum, Veranstalter von Military-Reitveranstaltungen und Musikfesten wie dem SHMF. Und so auch langsam die Gewerbesteuer-Einnahmen-Schwankungsrisiken durch Konzentration auf das Holzgewerbe auffangen.

Eine große Chance für DALDORF, den Unternehmer zu fördern und gleichzeitig attraktiven Bauplatz für insgesamt 39 Einfamilienhäuser zu schaffen.


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