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Interesse: 120 km/h auf der A21

Über 85% der befragten Einwohner fordern in einer Unterschriftenliste 120 km/h statt freies Fahren für freie Bürger!

A21 Teilstück Negernbötel bis Trappemkamp eingeweiht.

Seither ist es endlich möglich: mit 200 durch DALDORF – ganz ohne Verfolgung durch die Polizei und ohne Strafmandat.

Ab dem 02.07.2008, Termin der offiziellen, feierlichen Einweihung des neuen Autobahn-Teilstück A21 nördlich von Negernbötel bis nach Trappenkamp, ist es möglich, dort ohne Geschwindigkeitsbegrenzung zu fahren. Nur in einem sehr kurzen Teil des Ortsbereichs ist hier zur Zeit eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h eingerichtet – auf nur 1 km Länge!

Das bedeutet dann in der bitteren Realität: teilweise direkt durch DALDORF mit 200 km/h oder auch mehr. Denn die Autobahn teilt ja bekanntlich DALDORF in links der A21 und rechts der A21 und die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt nicht für den gesamten DALDORFer Ortsbereich, sondern nur circa die Hälfte.

Wenn ein Autofahrer mit heute realistischen 200 km/h auf DALDORF anfliegt, wird er sicher keine Geschwindigkeitsreduzierung im Sinne einer Notfallbremsung durchführen sondern sein Auto ausrollen lassen oder vielleicht sanft bremsen und die DALDORFer Geschwindigkeitsbegrenzung wahrscheinlich mit 140 km/h oder mehr durchqueren. Egal ob da nun 100 km/h steht oder nicht – dafür ist die Zone viel zu kurz! Und dann noch die ewigen Beschleunigungen, die auch nicht grade leise sind.

Auf Nachfrage von Thorsten Keuth (Gründer der DALDORFer Interessen Gemeinschaft und Gemeindevertreter) beim Landesbetrieb Straßenbau wurde bestätigt, was schon lange befürchtet wurde: “Es ist auch auf diesem neuen Teilstück der A21 auf Anordnung von ganz oben zur Zeit keine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung vorgesehen”.

Und das, obwohl laut Planfeststellungsbeschluss angeblich 120 km/h von Negernbötel bis Ortsgrenze DALDORF und ab Ortsgrenze DALDORF bis zur Autobahnausfahrt Trappenkamp gelten soll(te). Auf diesen Werten basieren dann sogar noch die bislang installierten Lärmschutzmaßnahmen und deren Berechnung…

Also leider deutlich anders, als vom ehemaligen Bürgermeister Ernst August Schweim immer wieder und zuletzt noch in der Gemeindevertreter-Sitzung am 28.04.08 erzählt: “Man hat mir versprochen, das hier 80 km/h kommen soll.”.

Freie Fahrt für freie Bürger. Jedem Otter seinen Tunnel, jedem Wildschwein seine Brücke. Und jedem DALDORFer? Viel Lärm. Viel mehr, als er bisher kannte. Denn die bisher seit Jahrzehnten von der B404 bekannte Lärmemission von Kraftfahrzeugen bei der DALDORFer Ortsdurchfahrt mit 70 bis 80 km/h ist nun mal deutlich geringer als mit 200 km/h.

So gesehen wird DALDORF dann erstmal auch nicht besser dran sein als die Nachbargemeinden Bornhöved und Wankendorf, die seit Jahren dem deutlichen Lärmanstieg ausgesetzt sind und schon oft auf gütlichem Wege probiert haben, eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu bekommen.

Da wird auch der Lärmschutzwall und die schicke neue Lärmschutzwand nicht viel helfen.

Thorsten Keuth wird sich mit der Bornhöveder Bürgerinitiative gegen Lärm und der Bornhöveder Wähler Gemeinschaft an einen Tisch setzen, um eine bessere Vorgehensweise zu diskutieren und abzustimmen.

Denn je eher man auf breiter Front die gemeinschaftlichen Interessen vertritt, desto besser kann man den bekanntlich langsamen Behördenmühlen begegnen. Auch eine Klägergemeinschaft mit den Nachbargemeinden wird hierzu ausdrücklich nicht ausgeschlossen!

Das es auch anders geht, zeigt übrigens das Beispiel aus Ahrensburg, wo an der A1 trotz diverser Lärmschutzmaßnahmen seit Jahren eine weiträumige, lärmschutzbedingte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h besteht. Zusätzlich dazu wird der Lärmschutzwall gerade deutlich erhöht und es müssen noch höhere Lärmschutzwände installiert werden.

Denn auch Anwohner von Autobahnen haben ein Recht auf Umwelt-Schutz – nicht nur Pflanzen und wilde Tiere wie Otter und Wildschweine.

Mittlerweile haben sich im Laufe des Tages schon erste Auswirkungen der praktisch nicht vorhandenen Geschwindigkeitsbegrenzung gezeigt:

- mehr Lärm im östlichen Hauptdorf trotz Ostwind und natürlich sehr viel mehr Lärm im westlichen Teil und direkt hinter den Lärmschutzwänden

- diverse Fahrer, die sich zwar durch ausrollen der Fahrzeuge versucht haben, an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten, nachdem Sie mit rund 200 km/h in die überraschende Geschwindigkeitsbegrenzungszone eingefahren sind, diese dann aber bei dem hohen Tempo gleich wieder vorbei war, bevor sie die Geschwindigkeit auf 140 km/h reduziert hatten (uns wurde noch am 02.07.08 ein entsprechende Handy-Video um 15:44 zugespielt!!)

Interessant zu bemerken ist auch noch folgender Bürgerhinweis:
Vor circa einer Woche ist die Beschilderung erstmalig angebracht worden, so wie sie laut Planfeststellungsbescheid richtig gewesen wäre:

120 km/h von Negernbötel nach Daldorf, 100 km/h in Daldorf von Orts-Anfang bis -Ende ca. 2 km und dann 120 km/h bis Trappenkamp.

In Fahrtrichtung Hamburg in umgekehrter Reihenfolge.

Diese Beschilderung ist dann aber in zwei Schritten bis zur Eröffnung der A21 wieder teilweise demontiert und geändert worden!!!


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